Netzanbindung für Energieprojekte in Finnland
Während das finnische Stromnetz im Allgemeinen leistungsfähig ist, gibt es in bestimmten Hotspots lokale Engpässe und Kapazitätsengpässe. Die Netzverfügbarkeit ist oft eine vorübergehende Einschränkung, da Leitungen kontinuierlich modernisiert und zusätzliche Umspannwerke gebaut werden, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Bei vielen Projekten bleibt jedoch der verfügbare Netzanschluss der wichtigste Faktor in Bezug auf den Projektzeitplan, um einen kommerziellen Betrieb zu erreichen.
Netzbetreiber bieten keine verbindlichen Kapazitätsreservierungen an, bevor ein Projekt in der Entwicklung deutlich fortgeschritten ist (in der Regel bis zum Abschluss der Leitplanung). Daher ist es entscheidend, die verfügbaren Kapazitäten frühzeitig zu bewerten und während des gesamten Entwicklungsprozesses kontinuierlich zu überwachen.
In abgelegenen Regionen, die bevorzugt von Großprojekten genutzt werden, können die Entfernungen beträchtlich sein. Um den finanziellen und ökologischen Herausforderungen zu begegnen, die diese Entfernungen mit sich bringen, zeichnet sich ein Trend ab, gemeinsame Infrastruktur mit benachbarten Projekten zu schaffen. Während dieser Ansatz mehr Business Cases ermöglicht und für alle Beteiligten Vorteile bringt, ist es wichtig, den vertraglichen und gesellschaftsrechtlichen Rahmen sorgfältig zu gestalten. Dadurch wird sichergestellt, dass jedes beteiligte Projekt einen verlässlichen Zugang zur gemeinsamen Infrastruktur erhält und damit die Bankfähigkeit erhalten bleibt.
Die kommerzielle Rentabilität hybrider Projekte hängt oft davon ab, verschiedene Anlagen gemeinsam „hinter dem Messgerät“ zu betreiben. Jüngste Reformen des finnischen Strommarktes haben es erheblich erleichtert, Erzeugungseinheiten, Verbrauchslasten und Energiespeicher unter einem einzigen Netzanschluss zu bündeln. Eine seit Januar 2026 gültige wesentliche Änderung ist, dass die direkte Stromlieferung von der Produktionsanlage und industriellen Abnehmern nun von der Netzlizenzierung ausgenommen ist, was bilaterale Verbindungen zwischen erneuerbaren Energien und großen Abnehmern ermöglicht. Eine sorgfältige Projektplanung bleibt jedoch unerlässlich, wenn verschiedene Asset-Typen kombiniert werden, um zu vermeiden, dass eine Netzlizenzpflicht ausgelöst wird.