Sektorübersicht Finnland: Erneuerbare Wärme
Tammikuu 2026

Sektorübersicht Finnland: Erneuerbare Wärme

Angesichts der geografischen Lage und des Klimas Finnlands spielt die Heizung natürlich eine Schlüsselrolle im Energiesektor. Das bestehende System stützt sich auf zentralisierte Produktion und Biobrennstoffe, die sich durch eine industrielle Selbstversorgung und einen vergleichsweise geringen Anteil von Öl- und Gaskesseln in Wohngebäuden zugunsten von Fernwärme und Direktstrom auszeichnen.

Nachdem für Heizung herkömmlich in erster Linie fossile Brennstoffe verwendet wurden, um die Nachfrage zu decken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, hat sich das Verhältnis in den letzten zwei Jahrzehnten stark auf erneuerbare Energien verschoben. Anfang der 2000er Jahre dominierten Torf, Kohle und Erdgas weiterhin die Fernwärme, machen heute jedoch weniger als ein Drittel des gesamten Brennstoffverbrauchs aus, während erneuerbare Energien ihren Anteil in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt haben. Obwohl die gesetzliche Frist für das Auslaufen der Kohle erst 2029 abläuft, hat Finnland die Kohlenutzung faktisch bereits eingestellt, als die letzten kohlebefeuerten Kraftwerke im Frühjahr 2025 stillgelegt wurden.

Die größte Einzelquelle im aktuellen Wärmemix sind Holzbrennstoffe, die fast die Hälfte der Wärmeerzeugung für Fernwärme und drei Viertel für industrielle Anwendungen ausmachen. In der Industrie ist der traditionell große, aber nach wie vor wachsende Anteil erneuerbarer Brennstoffe, vor allem Schwarzlauge, auf die Rolle der Forstindustrie als einer der Hauptverbraucher zurückzuführen. Um den Übergang weiter zu unterstützen, elektrifizieren Energieversorger zunehmend ihre Prozesse und investieren aktiv in Wärmepumpen, Rauchgaswäscher und Elektrokessel.

Finnland ist zusammen mit dem Rest der nordischen Länder führend im Bereich Fernwärme und verfügt über eine Pro-Kopf-Nutzung, die weltweit in der Spitze liegt. Das Land hat ein umfangreiches und effizientes Fernwärmenetz entwickelt, das kontinuierlich modernisiert und erweitert wird. Dieses System integriert effektiv verschiedene Energiequellen und ermöglicht die Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen, einschließlich Power-to-X-Anlagen und Rechenzentren.